Apotheker-Interview

Zusammenfassung: Bei Potenzmittel-Erfahrungen.com berichten wir meist über die Erfahrungen von Männern mit erektiler Dysfunktion mit PDE-5-Hemmer wie Viagra oder mit Versandapotheken, um den Männern zu helfen, die noch bei der Entscheidungsfindung sind. Heute kommt ein Osnabrücker Apotheker zu Wort, der sich u.a. auch zu Viagra äußert.

Werden heute mehr Medikamente genommen als früher?

Das ist schwierig zu sagen. Die Menschen werden heute älter, sind häufiger in Behandlung und nehmen dementsprechend in ihrem Leben auch mehr Medikamente ein. Die Pharmaindustrie entwickelt ja permanent neue Wirkstoffe, weshalb man nun auch gegen viele zuvor nicht therapierbare Krankheiten Medikamente einehmen kann.

Gibt es Leute denen Sie nicht weiterhelfen können?

Eigentlich immer dann, wenn Menschen kommen, die keine ärztliche Diagnose haben, es aber sinnvoll wäre, eine zu stellen, bevor man sie mit Medikamenten behandelt. Die Diagnose ist die Aufgabe des Arztes. Bei der Selbstmedikation durch den Patienten ist es immer wichtig darauf hinzuweisen, dass beim Fortbestehen der Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden sollte. Gerade bei Männern mit Erektionsproblemen ist das zu sehen, die gehen lieber ungern zum Arzt.

Sind Sie manchmal eine Art „Ersatzarzt“?

Ja, schon. Zum Beispiel bei Erkältungen, Allergien oder Magen-Darm-Beschwerden haben wir sehr viele Kunden, die auf den Arztbesuch verzichten. Auch Hauterkrankungen, bei denen die Patienten wissen, dass etwa verschreibungsfreie Cortisonsalben hilfreich sein können, fallen oft in den Bereich der Selbstmedikation. Ebenso gibt es viele Fragen zum Thema PDE-5-Hemmer/Potenzmittel. Man bekommt natürlich mit, dass sich viele Männer schon vorher Informationen im Internet geholt haben, aber letzte Fragen dann in der Apotheke geklärt haben wollen.

Apotheker Erfahrung in Apotheker-Interview

Was ist Ihr Bestseller?

Bei rezeptfreien Mitteln auf jeden Fall Schmerztabletten und Nasenspray. Bei rezeptpflichtigen Medikamenten hängt es immer von den Ärzten ab, die sich in der Nähe der Apotheke befinden. Wenn ein Hausarzt nebenan ist, werden beispielsweise eher Mittel gegen ,,Volkskrankheiten“ wie Bluthochdruck nachgefragt.

Was wird am Nachtschalter am meisten verkauft?

Das sind häufig Antibiotika für Patienten, die direkt aus einer Klinik kommen. Und natürlich die Pille danach. Einmal hat jemand sich vorher erkundigt, ob wir Nachtdienst haben, um gezielt die Pille danach holen zu können. Quasi eine Art Vorbestellung. In solch einem Fall versuche ich den Leuten immer den bewussten Umgang mit Arzneimitteln nahe zu bringen.

Was sagen Sie zur Pille danach? 

Ich finde, es ist eine wahnsinnige Erleichterung für die Patientinnen. Die Beratung dazu erfolgt ja jetzt bei uns in der Apotheke. Die Übernahme dieser Verantwortung ist für unseren Berufsstand eine schöne Sache: Auch hier können wir unsere Beratungsqualitäten zeigen. Und die Verkaufszahlen der letzten Jahre zeigen keinen kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage.

Wie viel bringen homöopathische Mittel wirklich?

Das ist Ansichtssache. Ich bin jemand, der an die Schulmedizin glaubt, aber wenn ein Kunde ein homöopathisches Mittel haben möchte, rede ich ihm das natürlich nicht aus. Gerade bei Kindern finde ich diese Art der Behandlung aber machmal sinnvoller, als beispielsweise sofort Antibiotika zu verschreiben.

Wie viel Berater und wie viel Verkäufer sind Sie?

Beides zu gleichen Teilen würde ich sagen. Bei Stammkunden mit chronischen Beschwerden, die immer das gleiche Medikament bekommen, muss ich keine Einführung zur Einnahme mehr geben. Bei neuen Kunden frage ich immer nach, ob sie mit der Einnahme vertraut sind.

Wie diskret müssen Sie sein?

Wir sind zur Verschwiegenheitspflicht angehalten. Diskretion ist natürlich ein großes Thema: Dass die Kunden in der Schlange Abstand zu demjenigen halten, der gerade bedient wird beispielsweise. Wir geben auch Tüten mit, sodass der Nachbar nicht gleich sieht, was man in der Apotheke gekauft hat. Häufig ist es den Kunden unangenehm, wenn sie beispielsweise Viagra kaufen. Für uns ist das aber das Alltagsgeschäft. Wir geben das jeden Tag raus und es muss sich niemand Sorgen machen, dass wir das komisch finden.

Warum haben Sie den Beruf ergriffen?

Ich finde die Mischung zwischen Naturwissenschaften und dem Arbeiten mit Menschen toll.

Verwandte Beiträge

Diskussion

Kommentar schreiben ist nicht möglich.

Kommentare sind geschlossen.